DiGA auf der DMEA 2025

Digitale Gesundheitsanwendungen im Fokus

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23.07.2025

Die DMEA 2025 in Berlin war ein voller Erfolg: Mit über 20.500 Besucher:innen, 900 Ausstellern aus fast 30 Ländern und 470 Speaker:innen in mehr als 200 Sessions wurde ein neuer Teilnehmerrekord aufgestellt. Die Messe bestätigte eindrucksvoll ihren Status als führende Plattform für digitale Gesundheitsversorgung in Europa.

Ein zentrales Thema in diesem Jahr: Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) – ein innovatives Modell, das die medizinische Versorgung in Deutschland nachhaltig verändert.

Was ist eine DiGA?

DiGA – oft auch als „Apps auf Rezept“ bezeichnet – sind digitale Medizinprodukte niedriger Risikoklassen (I oder IIa), die evidenzbasierte Interventionen bieten. Sie können als Smartphone-App, Webanwendung oder Desktop-Software genutzt werden und unterstützen Patient:innen bei der Behandlung von Erkrankungen oder dem Ausgleich von Beeinträchtigungen. Die Kosten übernimmt die gesetzliche Krankenkasse. Einsatzbereiche reichen von der Behandlung chronischer Erkrankungen über psychische Gesundheit bis hin zur digitalen Nachsorge.

Wie erhält man eine DiGA?

DiGA können auf zwei Wegen genutzt werden:

  1. Per ärztlicher oder psychotherapeutischer Verordnung
  2. Nach Genehmigung durch die Krankenkasse

Voraussetzung ist, dass die Anwendung im DiGA-Verzeichnis des BfArM gelistet ist. Dafür muss sie u. a. Anforderungen an Sicherheit, Datenschutz, Funktionstauglichkeit und einen positiven Versorgungseffekt erfüllen.

Quelle: Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) | BMG


Aktuelle Entwicklungen (Stand: März 2025)

Laut dem aktuellen DiGA-Report des Spitzenverbands Digitale Gesundheitsversorgung (SVDGV) zeigt sich ein starkes Wachstum:

  • Nahezu 1 Million Freischaltcodes wurden seit 2020 eingelöst.
  • 59 DiGA sind derzeit im offiziellen Verzeichnis des BfArM gelistet – ein Plus von 20 % gegenüber dem Vorjahr.
  • Über zwei Drittel der ursprünglich vorläufig zugelassenen DiGA sind nun dauerhaft gelistet.
  • Die Nutzung stieg im Vergleich zum Vorjahr um rund 80 %.


Vorteile & Herausforderungen

Vorteile:

  • Evidenzbasierte Wirksamkeit: Jede DiGA muss ihren medizinischen Nutzen wissenschaftlich belegen.
  • Einfacher Zugang: Per Rezept oder Direktverordnung.
  • Vielfältige Einsatzmöglichkeiten: Von Diabetes über Tinnitus bis hin zu Rückenschmerzen.
  • Integration in die ePA: Viele DiGA ermöglichen die Übertragung therapierelevanter Daten in die elektronische Patientenakte


Herausforderungen:

  • Komplexe Zulassungsverfahren erschweren den Markteintritt.
  • Geringe Bekanntheit bei medizinischem Fachpersonal und Patient:innen.
  • Diskussionen um Vergütung und Nutzenbewertung halten an.
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DiGA auf der DMEA 2025: Innovationen im Rampenlicht

Die DMEA bot eine Bühne für zahlreiche neue DiGA, vorgestellt u. a. vom BfArM und innovativen Start-ups:

Neue Anwendungen vom BfArM:

  • Apps zur psychischen Gesundheit
  • Tools zur chronischen Krankheitsbewältigung
  • Digitale Lösungen für Prävention und Nachsorge

Start-up-Innovationen:

  • KI-gestützte Schlaganfallnachsorge
  • Allergie-Management in Echtzeit
  • Kommunikations-Apps für Arzt-Patienten-Interaktion

Digitale Pflegeanwendungen (DiPA):

Auch neue DiPA wurden vorgestellt – speziell für pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige.


Zukunftsausblick

Die neue Legislaturperiode bietet laut SVDGV große Chancen, die Rahmenbedingungen für DiGA weiter zu verbessern:

  • Bürokratieabbau: Besonders junge Unternehmen leiden unter komplexen Zulassungsverfahren.
  • Stärkere Innovationsförderung
  • Bekanntheit steigern: Viele Ärzt:innen und Patient:innen kennen DiGA noch nicht oder nutzen sie nicht aktiv.
  • Zugang erleichtern: Patient:innen sollen einfacher und schneller an DiGA gelangen können.
  • DiGA als „dritter Versorgungssektor“: Ziel ist es, DiGA dauerhaft in die Regelversorgung zu integrieren.


Fazit:

Die DMEA 2025 hat gezeigt, dass DiGA längst mehr sind als ein digitales Experiment – sie sind ein fester Bestandteil der modernen Gesundheitsversorgung. Mit wachsender Akzeptanz, neuen Anwendungen und politischer Unterstützung steht die digitale Medizin in Deutschland vor einem echten Durchbruch.